An Pfingsten wie diesen

Eltern-Kind-Paddelgruppe an der Lachte

von Christian












Pünktlich um 17:36 Uhr startete am Freitag die Eltern-Kind-Paddelgruppe verstärkt von Gästen sowie Renate und Martin ins Pfingstwochenende. Damit wir die Anreise länger geniessen konnten, wählten wir die Landstraße nach Lachendorf bei Celle aus, anstatt schnell über die verstopften Autobahnen zu rasen. Die Zeltwiesen des Kanu Clubs Lachendorf waren daher bei unserer Ankunft auch schon von 2 anderen Gruppen besetzt worden, so daß wir in unmittelbarer Nähe einer Volleyballmannschaft aus Peine campieren mußten, die sich offenbar Großes vorgenommen hatte, zu mindestens nach ihren flüssigen Vorräten nach zu urteilen. Leider bestätigte sich dieser Eindruck im Laufe der Nacht.

Nach einer extrem kurzen Nacht mit wenig bis sehr wenig Schlaf dauerte das Frühstück etwas länger. Doch so gegen 11:00 Uhr hatten jedenfalls fast alle ihre Spritzdecke gefunden und geschlossen und wir setzten direkt am Gelände des KCL in die Lachte ein. Schon nach kurzem einpaddeln kam nach 1,5 Km das erste Highlight des Tages, die Bootsrutsche am Lachendorfer Wehr.

Ca. 5m ging es die Schräge herunter und mit einem großen Schwall Wasser ins Gesicht begrüßte uns der Fluß wieder unten. Nur unsere Vereins-Vielpaddler rochen den Braten und trugen ihre Boote schnell um. Der Lachte folgend fuhren wir zunächst noch durch offenes Gelände mit Wiesen und Bäumen und sehr vielen neugierigen Libellen in den verschiedensten Farben und Größen. Die Kinder nölten nach einer Rast, schließlich waren sie schon über 1 Stunde ohne etwas zu essen unterwegs und so ließ sich Klaus zu einer Pause („wie, jetzt schon?“) überreden.

Anschließend verdichtete sich die Vegetation zu einer Art Urwald, durch den der kleine Bach sehr kurvenreich mäanderte. Hier waren die kurzen Kinderboote klar im Vorteil, aber auch das regelmäßige Training bei Pamela zahlte sich aus - alle Kinder (Alter zwischen 6-13) meisterten die Strecke mit Bravour. Leider konnte Pamela aus familiären Gründen nicht dabei sein – schade Pamela, du kannst stolz auf deine Schüler sein!

Zahlreiche Bäume lagen über, in und unter der Wasseroberfläche kreuz und quer im Flussbett. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Renate und Martin, der mit Hilfe von Säge und Gartenschere unschätzbare Dienste leistete, zusammen mit Klaus alle Boote sicher über alle Hindernisse hob und uns, wie in der Werbung, den Weg frei machte.

Wir benötigten sehr viel Zeit um alle Boote an den vielen Hindernissen vorbei zu bekommen. Nach einer weiteren Pause mit einem verrückten kleinen Hund der Tennisbälle sowohl an Land wie auch im Wasser jagte, nahmen wir den Rest der Strecke in Angriff.

Kurz vor dem Ziel passierte es dann. Zwischen einem Doppeloxer, bestehend aus 2 dicken Bäumen quer übers Wasser, unter denen man sich hindurch zwängen mußte, lag ein weiterer Baum schräg quer im Wasser und ließ nur eine schmale Durchfahrt auf der linken Seite frei, durch das sich das Wasser presste. Bedingt durch die Uferbefestigungen aus Rundholzbohlen verhakten sich die Kinderboote, die von der rechten Seite durch die Engstelle wollten. Kurz zur falschen Seite gelehnt und schon nahm man ein erfrischendes Bad im Fluß. Doch ihre aufmerksamen Väter retteten sie mit beherzten Manövern sofort.

Unterdessen wartete der Rest der Gruppe am Ziel an der Straßenbrücke von Lachtenhagen auf die Besitzer der dort geparkten Autos. Nachdem sie ihre Kleidung gewechselt hatten, waren die Kinder Ruck zuck am Ziel und erzählten uns stolz von ihrer 1. Kenterung. Zum Glück hatte der Neukauf noch bis 20:00 Uhr auf, andernfalls hätten wir wohl nur Kekse und Fertignahrung essen müssen, anstatt Salate, Brote und leckeres vom Grill. Die Temperaturen waren mild und wir genossen den Rest des Tages.

Aufgrund des akuten Wassermangels auf der Aschau setzten wir am Sonntag in einem Waldstück bei Otze in die Fuhse ein, die von Süden in die Aller mündet. Der Einstieg wurde von den meisten mit der klassischen Landstartmethode bewältigt. Einzig Klaus hatte Probleme mit einem Stein, was sich auch wenig später mit zunehmender Feuchtigkeit im Boot bemerkbar machte. Zuerst noch im Wald, floss die Fuhse weiter unten nur noch durch offene Wiesen mit hohen Ufern. Ein Wehr stand uns noch im Wege und es wurde wieder von Martin in bewährter Methode vom überflüssigen Schwemmholz und Bäumen befreit, so das fast alle Boote samt Fahrer über das restliche Holz rutschen konnten, ohne daß die Boote unterhalb des Wehres durch die starke Querströmung auf einen großen Steinblock gelenkt wurden. Ich denke, ohne Martins Hilfe hätten an diesem Wehr einige den Bademeister gemacht!

Der Rest der Fuhse bis zur Straßenbrücke von Nienhagen war unspektakulär mit teilweisen recht langen geraden Strecken mit recht guter Strömung. Während einer lustigen Mittagspause bei hochsommerlichen Temperaturen wurde uns viel geboten, so z.B die Rettung von Tjark aus brusthohen, stinkenden Schlamm mit vorheriger Bergung seiner Clocs. Er war in den Schlamm gestürzt, als er und Simon versuchten, zu zweit auf einem Baumstamm in Ufernähe aneinander vorbei zu balancieren.

Nachdem wir am Sonntagabend früher als Tags zuvor wieder zurück auf dem Gelände des KCL waren, stellten wir fest, daß die anderen Gruppen schon nach Hause aufgebrochen waren und wir das ganze Gelände für uns allein hatten! Mit Essen, Trinken, Spielen und Feuer machen verging auch dieser Abend wie im Fluge. Auf der festen Feuerstelle mit praktischer Bank in Ringform herum, wurden an diesem Abend komplette Grundstücksbefriedigungen verheizt.

Am Montag mußten auch wir unsere Sachen packen und wir traten den Rückweg an und waren gegen 14:00 Uhr wieder bei Fink. Insgesamt war es eine wunderschöne Tour, an die sich alle Teilnehmer bestimmt noch lange erinnern werden.

Euer Christian