Bei den Finken tut sich was

Paddeln lernen für Neulinge im einwöchigem Kursus

von Max Pitschke


Für das Jahr 2006 haben sich die Übungsleiter des WSC-Fink einer neuen Herausforderung gestellt: Dieses Jahr soll der Verein „DKV anerkannter Kanuausbilder“ werden und bietet deshalb Interessierten aller Altergruppen in drei einwöchigem Grundkuren die Möglichkeit in unseren beliebten Sport hineinzuschnuppern. Hierfür waren jedoch zahlreiche Vorbereitungen und Planungen erforderlich, die von den Aktiven des Vereins zügig in Angriff genommen und umgesetzt wurden. An erster Stelle stand natürlich die Planung. Nachdem geklärt war, wer von unseren Übungsleitern (Norbert, Knut, Lemmi, Max, Klaus, Helge) welchen Kurs betreuen kann- und hierbei muss auch auf das ständige Engagements Michaels besonders hervorgehoben werden- hatte flugs Norbert einen griffigen Flyer erstell, so dass dieses Projekt der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte. Aber auch einige Vereinsboote bedurften für diese Kurse einer dringenden Überholung. Auch hierbei mangelte es ebenfalls nicht an tatkräftigen Helfern. Beim ersten Arbeitsdienst dieses Jahres wurden die Boote herausgesucht, die zum Einsatz kommen sollten, in den Schleifraum verbracht und entsprechende GFK-taugliche Farben besorgt. Am nächsten Freitagtermin der Jugend wurden die ersten sechs Boote abgeschliffen, zur Lackierung vorbereitet und die notwendige Reparaturen unter Martins fachkundiger Anleitung durchgeführt. Dann machten sich Max und Walter an das Grundieren und Lackieren. Vier Farbschichten mussten aufgebracht werden. Für jeden Zwischenschliff standen dann Norbert und Michael bereit. Da vor dem Schleifen immer die Trocknungszeiten einzuhalten waren, erstreckten sich die Lackerarbeiten über insgesamt zwei Wochen und bedurften vieler Arbeitsstunden. Pünktlich zum Start des ersten Kurses, am 24.04.06, warteten  sechs Boote, mit frisch lackierten roten Decks, auf die Teilnehmer des ersten Kurses. Selbst die Bootsnamen wurden von Martin und Walter erneuert, und jetzt verfügen die Vereinsboote endlich alle über zünftige Vogelnamen (Fink, Spatz, Rabe, Gimpel, Amsel, Star). Hier sei noch am Rande angefügt, dass auch der Vereinsjugend die frisch lackierten Boote ins Auge stechen, so dass Thorben letztem Freitag einen roten Spatz seinem eigenen Boot vorzog.

Zum ersten Kurs hatten sich neun Teilnehmer angemeldet, die auch alle am Montag pünktlich erschienen, trotz der nicht so günstigen Wetterprognosen. Unter ihnen sind zu unserer besonderen Freude auch endlich wieder zwei Mädchen, (unsere Finkenmädchen zeigten in letzter Zeit leider wenig Interesse am Paddelsport). Nach ihren Wünschen und selbst angegeben Vorkenntnissen, suchten sich die Teilnehmer unter der fachlichen Anleitung von Norbert, Lemmi und Michael Kajaks aus. Nach einer theoretischen Einweisung und einigen Trockenübungen ging es mutig auf die Ochtum. Bei allen Teilnehmern klappte es mit der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten doch nicht auf Anhieb; so kam der Kurs dann nach kürzester Zeit zum doppelten „Bademeister“. Trotz der noch kühlen Apriltemperaturen von Luft und  Wassers, ließ sich aber niemand abschrecken oder steckte gar auf. Am folgenden Mittwoch klappte dann alles im „gutmütigeren“ Boot viel besser und niemand machte mehr  nähere Bekanntschaft mit Neptun und seinen Ochtumer Wassernixen. Donnerstag wurde im Unibad eifrig das Kentern und Aussteigen unter Wasser geübt und die ganz Eifrigen machten erste Versuche die Kenterrolle zu erlernen. Die beiden Mädchen, Amelie und Bianca, legten am Freitag noch eine extra Schicht beim Jugendtraining ein. (Anschließend meinte einer der „alten Finkenjugendlichen“ anerkennend: „Die beiden paddeln aber flott dafür, dass sie erst das dritte Mal auf dem Wasser sind“).
Für das Wochenende hatten wir uns zwei kleinere Touren auf der Ochtum vorgenommen, um den „Paddelneulingen“ unser schönes heimisches Revier näher zu bringen und  um die Technik im Geradeausfahren zu vertiefen. Wir befuhren den Altarm der Ochtum sowie den Ochtum Rundkurs mit einer Gesamtlänge von knapp 20Km. Dabei kamen alle in den Genuss unter umgestürzten Bäumen, über Wehre und bei strömenden Regen fahren zu dürfen.
Alle Teilnehmer absolvierten den Kurs mit Bravour! Es ist schon erstaunlich wie schnell die einzelnen Teilnehmer Fortschritte gemacht haben.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Kaffee trinken und Kuchen essen, die Übergabe der Urkunden und einer Spezialehrung für unseren „Bademeister“ Rolf.

Bleibt nur zu hoffen, das Petrus den „neuen Kanuten“ freundlich gesonnen ist, sie zumindest mit etwas Sonnenschein verwöhnt und den Regen in den Wolken lässt.