Bremer Seekajaktreffen Norderney 2000
oder Pearl Harbour vor Juist

von Helge Willems

Phase I
Am 08.07.2000 machte sich die Bremer-Seekajak-Elite auf den Weg von Norderney nach Juist. Um Punkt 09:00 Uhr setzten sie ihre Boote in die noch ruhige See. Keiner der Beteiligten hatte auch nur einen Gedanken an hohe Wellen verschwendet. Doch ihr Frohgemut wurde spätestens bei der großen Sandbank zwischen Norderney und Juist über Bord geworfen. Als sich die Gruppe noch kurz vor der Sandbank im Fahrwasser befand wurden zwei Mann von der Wellengeilheit befallen. Diese war bei einem der beiden Infizierten jedoch schnell wieder vorbei, denn er machte sich intensiv mit der Wassertemperatur vertraut, doch durch die gute Ausbildung (halt Elite) mußte keine große Rettungsaktion anlaufen.

Phase II
Auf der Sandbank oder die Diashow eines Seekajakfahrers
Wir sahen schon von weitem die Schaumkronen der Wellenberge. Wellen, selten machen sich die Leute Gedanken über die Kraft und Macht des Wassers. "Die Wellen sind geil!" Ausrufe die man öfter hört. "Immer die Welle von vorn nehmen!" Das wurde in den brandenden Brechern bald jedem klar. Leute die noch wenig Erfahrung mit hohen Wellen hatten, sollten diese heute vermittelt bekommen. Wenn man in eine hohe Welle eintaucht und es dunkel wird, dann liegt das nicht am Wasser, sondern am Wunder der Geburt! Nämlich der eigenen. Beim Auftauchen aus der Welle wird es hell wie im Kreissaal. Bei den nachfolgenden Wellen durchlebt man dann die Einschulung, erste Freundin und so weiter. Aber komischerweise ist all das vergessen wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat. Doch irgendwann setzt die Erschöpfung ein und man muß sich Gedanken machen wie weit man noch fahren kann. "...reicht die Kraft zum Anlanden?..." Ich hatte durch einen Unfall meinen Ringfinger verloren und noch nicht wieder die gewohnte Kraft. Also entschloß ich mich zum Abbruch der Aktion. Das dies die richtige Entscheidung war, wird jedem klar werden der diesen Bericht bis zum Ende liest. D.S. fragt mich ob ich zum Strand abkürzen möchte. Als ich dies bejahte, machten sich vier Leute auf den Weg zum Strand von Juist. Dort konnte K.F. die von H.P. angekündigte Kenterübung durchführen, obwohl dies natürlich nicht so geplant war. Am Strand ruhten wir uns aus und traten nach dem Tidenwechsel erholt den Rückweg an. So wurden wir nicht Augenzeugen des Dramas das sich vor Juist-City in der Brandung ereignen sollte.

Phase III
Pearl Harbour
Die Ereignisse hatten sich vor Juist-City überschlagen und können deshalb nur stichpunktartig wiedergegeben werden.

Letzten Endes hatte L.H. sich für den Rückweg die Fähre ausgesucht. Der Rest kam in kleinen Gruppen zum Heimathafen zurück.

Ihr nasses Grab fanden vor Juist 08.07.2000: